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Homöopathie in Tbilissi: Klinik „Familienheiler“ macht mit „Familienmedizin“ Erfolge
Der Gründer der Homöopathie, Samuel Hahnemann, hatte Anhänger auch in Russland und in der Ukraine. Diese alternative Medizin entwickelte sich dort weiter bis zur Gründung der Sowjetunion. Die Sowjetmacht verbot jegliche alternative medizinische Tätigkeit. Anfang der 90er Jahre begann ein neues Interesse für Homöopathie in der damaligen Sowjetunion. In Moskau und Kiew gab es bereits einige homöopathische Zentren, deren Ärzte mit Kollegen aus dem Ausland zusammen arbeiteten. Aus Russland und der Ukraine gelangte dieses Wissen auch nach Georgien. Heute wird Homöopathie in einigen Arztpraxen in Tbilissi erfolgreich eingesetzt. Die ”Kaukasische Post” sprach mit dem Gründer und Leiter einer der meistbesuchten homöopathischen Kliniken in Tbilissi ”Familienheiler”, Herrn Tornike Alaschwili. Er ist ordentliches Mitglied der Akademie für ökologische Wissenschaften und Mitglied der internationalen homöopathischen Liga. K.P.: Wie kam es, dass Sie zur Homöopathie gekommen sind? T. A.: Während meines Medizinstudiums an der Universität interessierte ich mich besonders für Pharmakologie und Immunologie. Ich suchte nach Mitteln zur Steuerung der Immunität, insbesondere bei onkologischen Erkrankungen (Onko-Immunologie). Aber trotz der Zusammenarbeit mit dem Institut für Physiologie und zahlreichen Experimenten konnten wir das erwünschte Resultat nicht erzielen. Wir waren eingeschränkt bei den Arzneimitteln, und auch unter bekannten Präparaten konnten wir nichts Nützliches finden. Mir wurde klar, dass die Pharmakologie nichts für die Immunität leisten kann. Dies war ein Grund, weswegen ich mich für Volksmedizin interessierte. Ich erlernte chinesische Medizin, Akupunktur, Irisdiagnostik. 1990 wurde ich Leiter der Abteilung für Phytotherapie im republikanischen Krankenhaus in Tbilissi. Gleichzeitig interessierte ich mich für Homöopathie. 1990 gab es die ersten Qualifikationskurse für Homöopathie, die Ärzte aus Deutschland und aus der Sowjetunion gemeinsam veranstalteten. Die damalige Leitung des republikanischen Krankenhauses finanzierte mir die Teilnahme an diesem Kurs. Nach dem Kurs sammelte ich alle nur möglichen Informationen und auch Literatur zur Homöopathie. Wir beschlossen, den Direktor des Homöopathie-Instituts, Herrn Prof. Dr. Benisch aus Deutschland, nach Tbilissi einzuladen. 1990 begannen die ersten kostenfreien Ausbildungskurse für Homöopathie. Bei seinem ersten Besuch gab er ein 8-tägiges Seminar für uns, dann kamen auch seine Kollegen und Schüler und organisierten Seminare für uns und andere Interessenten. 2006-2009 organisierten wir schließlich einen 3-jährigen Kurs für Homöopathie, den holländische Homöopathen leiteten. K.P.: Sie gründeten die Klinik für Homöopathie und georgische traditionelle Medizin ”Familienheiler”. Was haben Sie mit der Klinik vor? T. A.: Bisher haben wir alles aus eigenen Kräften gemacht. Die Klinik trägt sich aus den Einnahmen der Privatpraxen. Aber wir wollen jetzt mit Hilfe von Sponsoren einen pharmazeutischen Betrieb aufbauen, so dass wir homöopathische Mittel hier in Georgien nach europäischen Standards produzieren können. Wir hoffen, dass dieses Programm erfolgreich sein wird, denn die Homöopathie ist wirklich „Familienmedizin“, sie heilt Menschen aller Altersgruppen und fast alle Erkrankungen - ohne große materielle Ausgaben, außerdem wird die Immunität gebessert. Wir verwenden keine Immunostimulatoren, sondern helfen, dass die Immunität in ihrer natürlichen Kraft bleiben kann. Psychologische und seelische Probleme werden auch geheilt. Ich glaube, dass Homöopathie die Medizin der Zukunft ist. K.P.: Wie werden die Arzneimittel hergestellt, werden sie importiert oder aus hiesigen Mitteln zusammengestellt? Mit welchen Ländern arbeiten Sie heute zusammen? T.A.: Am Anfang brachten wir die Arzneien aus einigen guten Apotheken aus Moskau und Kiew, auch aus Deutschland mit, aber in kleinen Mengen, denn die deutschen Präparate sind sehr teuer. Heute erhalten wir Präparate auch aus Holland und Belgien. K.P.: Wie sieht die Homöopathie die Viren des 21. Jahrhunderts? T. A.: Die Homöopathie ist ausgerüstet gegen alle Viren, auch gegen Grippe und atypische Pneumonie. Dies war und ist auch heute so. K.P.: Gegen welche Erkrankung ist die Homöopathie immer noch machtlos? T. A.: Die Autoritäten in der Homöopathie sagten einmal, dass es keine Erkrankung gibt, zu der die Homöopathie kein Gegenmittel hätte. Es gibt nur Einzelfälle von schweren Erkrankungen, wo der Betroffene selbst alle Hoffnung aufgegeben hat. Wenn jemand bewusst oder unbewusst nicht mehr genesen oder leben will, und wenn man als heilender Arzt diese seine Einstellung nicht ändern kann, lässt sich eine Heilung nicht erzwingen. Dies ist unser Hauptproblem. K.P.: Es gibt Tausende von Menschen, die in Ihrer Klinik geheilt wurden, und Ihr Wartezimmer ist immer noch voll von Patienten. Aber was würden Sie den Menschen sagen, die sich nicht trauen, sich homöopathisch behandeln zu lassen? Warum sollten sie der Homöopathie vertrauen? T. A.: Wir verzichten auf moderne Schulmedizin nicht. Sie hat ihre Errungenschaften, und in manchen Fällen, wo chirurgische oder medikamentöse Eingriffe der einzige Weg zur Lebenserhaltung sind, ist sie unumgänglich. Wir schicken selbst manchmal Patienten in schulmedizinische Behandlung, auch zu Augenärzten. Wenn ein Fremdkörper im Auge ist, kann ein Augenarzt den natürlich leichter und besser beseitigen. Die moderne Medizin bewegt sich hin zu immer weiterer Spezialisierung. Der menschliche Körper ist aber eine Ganzheit, das heißt auf keinen Fall eine einfache ”Summe” von Einzelteilen. Die größte Ganzheit ist das Universum, und sein Geist heißt Gott. Der göttliche Anteil im Menschen ist der menschliche Geist. Die Schulmedizin verleugnet Gott und Geist, aber die Wissenschaft geht nach und nach in die Richtung anzuerkennen, dass es die Ganzheit und den Geist objektiv gibt und dass sie unseren Körper steuern. Zu seiner Zeit begriff das Hahnemann und erklärte, dass er den Geist und nicht den Körper heilt. Der Geist seinerseits heilt dann den Körper. Diese Einstellung ist auch in verschiedenen Volksheilkunden entscheidend. Es wird noch die Zeit kommen, dass auch die moderne Medizin diese Meinung teilen wird. Man muss begreifen, dass der Körper eine Ganzheit ist und eine Erkrankung im Körper nur mit einer komplexen Kur geheilt werden kann. Manchmal ist ein einziges Präparat wirksamer, als viele von verschiedenen Fachärzten verordnete Medikamente. Die Betreuung durch mehrere Fachärzte gleicht einem verkehrten Fußballspiel, wo jeder Spieler den Ball in eine andere Richtung ins Tor schießen will. K.P.: Seit 1996 sind Sie Mitglied der Internationalen homöopathischen Liga und nehmen an Konferenzen und Veranstaltungen im Ausland teil. Sie haben ständig Austausch mit Ihren ausländischen Kollegen. Was ist neu in der Homöopathie im 21. Jahrhundert? T. A.: Ja, mit unseren ausländischen Kollegen stehen wir immer in Kontakt. Fachlicher Austausch ist sehr wichtig. In der Homöopathie gibt es viele Neuigkeiten, ausländische homöopathische Schulen arbeiten in verschiedene Richtungen. In England arbeitet man an einer Zusammenarbeit von Psychologie, Philosophie und Homöopathie. In Holland studiert Jan Scholten den Zusammenhang der homöopathischen Arzneien mit dem Periodischen System der chemischen Elemente. Wir haben hier auch unsere Forschungen und haben auch Erfolge. Es gibt viele Neuheiten, die aber den ursprünglichen Kern noch stärker hervorheben. K.P.: Danke fürs Gespräch.
Interview geführt von Nino Legaschwili |
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